FÜR TRAUERNDE KINDER,
JUGENDLICHE UND DEREN
FAMILIEN

DAS KONZEPT
Lichtblick TAK e.V.

Die Idee
Geschützte Umgebung für junge Menschen in Trauer

Am Anfang stand die Idee, etwas zu schaffen, wo trauernde Kinder sich treffen können. Nach der Vereinsgründung begannen wir im März 2007 Trauerarbeit mit Kindern und deren Familien. Anstoß dazu gaben die zahlreichen Erfahrungen, wenn Vater oder Mutter verstorben sind und ein Elternteil plötzlich alleine mit den Kindern zurück bleibt. Dasselbe für Kinder, deren Geschwister verstorben sind und für ihre verwaisten Eltern. Durch dieses Schicksal fühlen sich viele Kinder und Jugendliche alleingelassen, hier im TAK ist eine Möglichkeit, sich mit Gleichbetroffenen zu treffen und auszutauschen.

Bald wurde aber klar, dass die Arbeit mit trauernden Familien mehr ist als nur Gruppenarbeit mit Kindern. So kamen Einzelgespräche mit Vätern und Müttern und Eltern dazu. Ziel ist, parallel zu den Gruppenangeboten Elterngespräche anzubieten.

Aus unterschiedlichen sozialen und gesellschaftlichen Bereichen nehmen Menschen mit unserer Einrichtung Kontakt auf.

Auch Beratungsstellen und andere Bezugspersonen nehmen mit uns immer häufiger Kontakt auf. Das Beratungstelefon hat für den Erstkontakt eine sehr wichtige Funktion und wird gut angenommen.


Das Besondere
In der Region für Kinder in Trauer präsent sein

Für Erwachsene gibt es verschiedene Möglichkeiten Trauergruppen zu besuchen. Jedoch für Kinder und Jugendliche war weder im Raum Heilbronn noch  im Raum Hohenlohe ein Angebot für trauernde Kinder vorhanden. In Fachkreisen ist schon lange bekannt, dass Kinder, die den Tod eines nahen Familienangehörigen zu beklagen haben, umfassende Hilfe benötigen.

Wir wollen dazu beitragen, dass das Tabuthema Trauer in der Öffentlichkeit zugelassen und im gesellschaftlichen Leben integriert werden kann.
Es wird von den Betroffenen erwartet, dass sie mit der Trauer schnell „fertig werden“. Trauer wird häufig als etwas Unangenehmes und Bedrohliches angesehen, das mit viel Energie gemieden, verdrängt und verleugnet wird.

 

Grundprinzipien der Trauer

> Der Mensch hat natürliche Fähigkeiten durch seine Trauer zu gehen.
> Jeder Mensch erfährt Trauer ganz individuell.
> Trauer ist eine angeborene Reaktion.
> Dauer und Intensität wird sehr persönlich gelebt.
> Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg zu trauern.
> Jeder Tod ist grundsätzlich anders und wird dadurch unterschiedlich erfahren.
> Der Trauerprozess wird von vielen Faktoren beeinflusst.
> Trauer kann man nicht verhindern, aber den Umgang damit kann man gestalten.

 

Unsere Vision
Der Trauer Raum geben

Lichtblick-TAK e.V. ist eine Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die einen nahe stehenden Menschen durch Tod verloren haben.

Im Lichtblick-TAK ist es möglich im geschützten Raum, einen ganz individuellen Trauerweg zu gehen. Häufig versuchen die Kinder nach dem Tod eines Familienmitglieds, gut zu „funktionieren“, da sie merken, dass der Elternteil oder die Eltern selbst sehr mit seiner/ ihrer eigenen Trauer beschäftigt ist/sind. Die Kinder versuchen ihre Trauergefühle zu leugnen, um den Elternteil/die Eltern nicht noch mehr zu belasten.

Trauernde Kinder und Jugendliche empfinden sich häufig von anderen isoliert. In unseren Gruppen heben wir diese Isolation auf, denn dort hat jeder den Tod eines geliebten Menschen zu betrauern.
Sie erleben in den Gruppen, dass Trauer verschiedene Gesichter hat. Kinder trauern anders als Erwachsene: sie können „himmelhoch jauchzend“ und in Sekundenschnelle „tief betrübt“ sein. Um die Kinder zu erreichen, besteht die Möglichkeit mit kreativen Impulsen, Bewegung, Spielen und Gesprächen der Trauer mehr Raum zu geben.

Erst wenn die Trauer bewusst gelebt und bewältigt wird, kann sie ins Leben integriert werden. Ohne einen guten Abschied vom Verstorbenen gibt es auch keinen guten Neubeginn. Wir möchten durch unsere Arbeit den jungen Menschen vermitteln, dass sie lebensbejahend ihrer Zukunft entgegen gehen können.

Immer wieder kommt es vor, dass der Tod vor den Kindern verheimlicht wird, um sie irrtümlich zu schonen. Tatsache ist, die Kinder wollen die Wahrheit wissen und diese brauchen sie auch. Kann das nicht geschehen, ist mit Entwicklungsstörungen zu rechnen!

 

Das Angebot
Für Kinder und Jugendliche

Unser Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die im 14-tägigen Rhythmus (außer in den Ferien) die Gruppenstunden besuchen. Jede Einheit beinhaltet 6 Termine, anschließend wird ein Elterngespräch angeboten. Die Kleingruppen werden nach Art des Verlustes und Alter eingeteilt. Ab der ersten Klasse dürfen Kinder in die Gruppen kommen. Jedoch ist auch die Teilnahme möglich für jüngere Kinder, wenn die sprachliche Verständigung so weit entwickelt ist, dass das Kind schon gut kommunizieren kann!

Die Gruppenstunden haben immer die gleiche Struktur. Anfang mit demselben Ritual und einen gemeinsamer Abschluss und dazwischen einen Kreativ- oder Gesprächsschwerpunkt. Dies gibt den Kindern Vertrauen und Sicherheit.

 

Die Rolle der Gruppenleitung

Psychologische oder pädagogische Fachkräfte begleiten die Kinder in der Gruppe.

Unsere Arbeit mit den Kindern ist keine Therapieform, sondern ein Mitgehen, Begleiten und Unterstützen.

 

Verein
Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Die Finanzierung erfolgt allein durch Spenden.